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Was willst du wirklich wissen?

Was willst du wirklich wissen?

Bei so einem sensiblen Thema wie „Pflegekinder“ läuft bei Pflegekinder-Life sehr viel über private Nachrichten. Das ist für mich selbstverständlich, denn vieles möchte (und sollte) nicht öffentlich geschrieben werden. Das Internet vergisst nichts. Ich bedanke mich von Herzen bei jedem, der das Vertrauen hat, mir seine Geschichte zu erzählen. Und ich freue mich so sehr, wenn ich durch meine Texte dazu beitragen kann, dass diese Kinder besser verstanden werden können. Denn es ist so extrem wichtig, dass sie  angenommen und akzeptiert werden, wie sie in genau diesem Augenblick sind, damit ihre Verletzungen heilen dürfen. 

Und weil es so wichtig ist, keine intimen Details über Kinder im Internet zu veröffentlichen, erzähle ich selbst fast niemals von meinen Kindern. Ich kann von mir erzählen – das ist meine eigene Entscheidung und ich mache das, weil ich den misshandelten, vernachlässigten und unglücklichen Kindern damit eine Stimme geben kann. Aber ich schütze natürlich die Kinder in meinem Umfeld. Wenn ich persönliche Fragen gestellt bekomme, frage ich mich deshalb immer:

Was ist die Frage hinter der Frage?“

Was will der Fragesteller wirklich wissen?

Gelernt habe ich das bei der tollen @StefanieRaiser, die diese Frage nutzt, um tiefere Schichten zu erreichen. In meinem Fall heißt das, dass jemand, der mir die Frage stellt:

„In welchem Alter sind deine Pflegekinder zu dir gekommen?“ 

eigentlich etwas ganz anderes wissen will. 

Ihm / ihr gehen wahrscheinlich gleich ein ganzes Rudel Fragen (= die Fragen hinter der Frage) durch den Kopf:

  • können schon Neugeborene traumatisiert sein, wenn sie direkt im Krankenhaus zu Pflegeeltern kommen?
  • das Kind ist doch noch so klein. Hat es wirklich etwas von den Verhältnissen daheim mitbekommen?
  • vergessen die Kinder die Schläge und die Misshandlungen wieder?
  • sind ältere Pflegekinder traumatisierter als jüngere?
  • wird es einfacher, wenn die Kinder älter sind und man mit ihnen reden kann?
  • hören diese „problematischen“ Verhaltensweisen (für wen problematisch?) irgendwann auch wieder auf?
  • warum berichten einige Pflegeeltern von Pflegekindern, die ganz normal bei ihnen aufwachsen und keinerlei Probleme machen, während andere Pflegeeltern am Ende ihrer Kräfte sogar an einen Abbruch des Pflegeverhältnisses denken, weil die ganze Familie leidet?

Dies und noch viel mehr höre ich erst, wenn ich mir die Mühe mache, etwas tiefer zu graben. Denn manchmal ist die Angst riesengroß, dass die Antwort lautet: „Es wird niemals besser, es wird nur noch schlimmer“. Sowas werdet ihr NIEMALS von mir hören. Alles, wirklich restlos alles, was wir den Kindern an guten Gedanken, Liebe, Fürsorge, Schutz und Optimismus vermitteln, hat einen positiven Effekt. Vielleicht hat es keine unmittelbar sichtbaren positiven Folgen, aber es bewirkt etwas in die richtige Richtung. Lies dazu doch auch gerne meinen Blogbeitrag: „Jedes gemeinsame Lachen zahlt positive Punkte auf das Bindungskonto ein“

Ich werde in meinen nächsten Blogbeiträgen auf die Fragen oben etwas näher eingehen. Dazu interessiert mich auch:

Wie lautet DEINE Frage hinter der Frage?

Was möchtest du wirklich wissen? Lass es mich wissen. Ich freu mich sehr über deine Rückmeldungen. 

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