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Der Innere Druck von Pflegeeltern

Der innere Druck, der auf Pflegeeltern lastet

Manchmal verhaut es selbst mir die Sprache. Zum Beispiel, wenn eine Sozialarbeiterin zu einem noch unerfahrenen Paar, das sich gerade um ein Dauerpflegekind bewirbt, sagt, dass es „nur von ihnen abhängt, wie sich das Kind entwickelt. Bindung wäre auf jeden Fall möglich.“

Ich würde mich sehr gerne mit dieser Sozialarbeiterin unterhalten. Es hängt nur von den Pflegeeltern ab? Die Vorgeschichte eher uninteressant? Die Traumata (vor allem die unentdeckten, die nicht in der Akte stehen) nicht von Bedeutung? „Kleinigkeiten“ wie FAS, ADHS, PTBS nicht so wichtig? Äußere Umstände wie Besuchskontakte, Verhalten der Leiblichen Eltern und Reaktionen des Kindes irrelevant?

Vor allem interessiert mich die Motivation hinter so einer Aussage. Wollte sie schnell ein Kind vermitteln und die Bedenken der potentiellen Pflegeeltern ungeduldig zerstreuen? Ist das tatsächlich ihre persönliche Meinung? Wollte sie damit schon die Weichen stellen für die weitere Zusammenarbeit? Gibt es keine Weiterbildungen zu diesem Thema, wenn man schon im Vorfeld keine Ahnung hat? 

Tatsächlich verstehe ich nach so einem Spruch, wie viel Druck auf den Pflegeeltern lastet. Weil es vielleicht Eltern gibt, die das tatsächlich glauben. Oder vielleicht im tiefsten Inneren denken, dass ein Fünkchen Wahrheit darin steckt. In Zeiten, in denen es schlechter läuft, kommt dieser Gedanke dann vielleicht auf. Eine schlimme Vorstellung.

Nein, liebe angehende Pflegeeltern, diese Aussage stimmt in keinster Weise. Die weitere Entwicklung eines Pflegekindes hängt nicht nur von der Vergangenheit ab, sondern auch von ganz vielen Faktoren in der Gegenwart, auf die wir keinen Einfluss haben. Ihr helft Kindern. Ihr tut Gutes. Aber Ihr könnt keine Wunder bewirken. 

Habt ihr auch schon solche oder ähnliche Sprüche gehört?

 

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