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Urlaubszeit

Urlaubszeit

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Na, ist der Familienurlaub schon rum? Wie war es? Ehrlich?

Ich beobachte schon länger, dass es gerade rund um den Urlaub erhebliche Pulverfässer zum mehr oder weniger erfolgreichen Umschiffen gibt. Man freut sich das ganze Jahr über darauf, spart den nicht unerheblichen Geldbetrag an, wälzt Prospekte und diskutiert über mögliche Ziele. Dann ist er endlich da – der langersehnte Urlaub. Aber…. er fühlt sich gar nicht so großartig an, wie man sich das so lange ausgemalt hat. Und er sieht auch nicht so aus wie der Urlaub von Frau Hinz und Herrn Kunz bei Instagram. Eher…. eher beschissen eigentlich. Man will es zwar nicht zugeben, aber … nun ja. Die Kinder sind aufgedreht und nicht zu beruhigen. Das Haus / die Wohnung / der Campingplatz sind toll, aber es fehlt doch irgendwie an mancher Bequemlichkeit von daheim und alles ist irgendwie eng. Sehr eng. Man gluckt aufeinander und hat gar keine Rückzugsmöglichkeiten mehr. Die gewohnten Strukturen funktionieren nicht wie daheim. Die Kinder müssen sich oft ein Zimmer teilen und ihre Freunde sind weit, weit weg. Wenn es dann noch regnet…..

Ja, wir hatten auch ein paar Urlaube, an die ich gar nicht gerne zurück denke. Am liebsten wäre ich 5 Minuten nach der Ankunft wieder heim gefahren. Im Laufe der Zeit haben wir gelernt, mit solchen Problemen umzugehen – und die Kinder sind natürlich auch älter geworden (nicht unbedingt anspruchsloser 🙂 ).

Wenn ich im Internet nach Zahlen suche, dann erschrecke ich: weit mehr als die Hälfte aller Paare bekommen im Urlaub Streit und die Zahl der eingereichten Scheidungen steigt nach dem Urlaub drastisch an.

Was kann helfen?

Der Tag vor der Abreise. Der letzte Tag im Alltags- und Berufsstress ist immer vollgestopft. Gut wäre deshalb ein Puffertag. Nicht im Büro noch schnell alles abarbeiten und vorausplanen, sondern einen Tag ohne Büro, um keine Arbeitsprobleme mit auf den Weg zu nehmen. Auch daheim nicht alles auf den letzten Tag schieben, noch schnell die ganze Wäsche waschen, trocknen und bügeln, aufräumen und wischen. Die Anreise ist meistens schon Stress pur. Da hilft es, wenn ein zusätzlicher Vor-Urlaubs-Tag zur Verfügung steht.

Ankunfts-Zeit. Zuerst mal alle ankommen lassen. Auch wenn es nicht mehr wie früher die 3-Wochen-Sommerurlaube sind, sondern eher kürzere Urlaube: jedes einzelne Familienmitglied braucht etwas Zeit, um sich auf die neue Umgebung einstellen zu können. Deshalb kann es bei Kindern, die nur sehr schwer mit Veränderungen umgehen können, eine gute Idee sein, öfters in den selben Urlaubsort zu fahren.

Planen. Im Vorfeld schon erkunden, welche Freizeitaktivitäten es für Kinder gibt. Hilfreich sind dabei Facebookgruppen, die es für alle möglichen Urlaubsziele gibt. Dort kann man nach Tipps und Erfahrungen fragen.

Ehrlichkeit. Nicht versuchen, sich selbst – und dem Partner – vorzumachen, dass alles total super-duper-fantastisch und toll ist. Auch wenn es von außen vielleicht DER Traumurlaub ist, die eigenen Gefühle können trotzdem etwas ganz anderes sagen. Lautes Aussprechen hilft. Sonst kommt beim ersten falschen Wort die ganze Anspannung und Enttäuschung wie eine Explosion raus und das Gegenüber weiß gar nicht, wie ihm geschieht.

Vorstellungen. Auch bereits daheim klären: welche Vorstellungen haben die einzelnen Familienmitglieder? Wer möchte zuerst mal Ruhe haben? Wer möchte viel erleben? Wer möchte x, y und z besichtigen? Wer möchte am Strand liegen? Schriftlich festlegen hilft dabei, um anschließend:

Kompromisse zu finden. Vielleicht kann Papa ja mit den Kindern in den Freizeitpark, während Mama sich mit einem Krimi am Strand erholt? Oder zwei Tage lang erholen und erst dann auf alle Burgen klettern und jedes Sehenswürdigkeit abklappern? Wer sich mit seinen Bedürfnissen angenommen fühlt, dem fällt es leichter, selbst auch Eingeständnisse zu machen.

Beziehungszeit. Ganz wichtig, auch wenn es schwierig sein kann: die Zeit auch als Paar genießen. Wir sind alle nicht nur Mama oder Papa. Und wenn es nur das Glas Wein / die Tasse Tee am Abend ist, wenn die Kinder im Bett liegen (oder Ruhe geben). Bitte schon vorher klären, dass der Wunsch nach einem Zusammensein ohne Fernseher oder Handy besteht.

Zuhören. Wenn ihr nur einen einzigen Tipp mitnehmen könntet, dann lasst es diesen sein: dem Gegenüber aufmerksam zuhören. Ob es jetzt das Kind oder der Ehepartner ist. Die Zeit ist wirklich gut investiert: nämlich in eine gelungene Beziehung.

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