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Pflegeelterntypus: „Die sich aufopfernde Pflegemutter“

Ich mag es gar nicht, wenn Menschen in Schubladen gesteckt werden, auf die dann ein Etikett drauf geklebt wird. Der Extrovertierte, die Introvertierte, die Fleißige, der Unzuverlässige, die Aufopfernde oder der Strenge. Niemand ist nur x oder nur y. Wir Menschen sind so vielfältig, dass man nicht aufgrund einer Kategorisierung eine Handlung vorhersagen kann. 

Trotzdem suche (und finde) auch ich natürlich immer wieder gemeinsame Eigenschaften an Menschen und leite damit auch eine Zuordnung ab. Dabei begegnet mir immer wieder der Typ „Aufopfernde Pflegemutter“. Meist (ich verallgemeinere hier ganz bewusst) handelt es sich um Mütter, die Pflegekinder aufgenommen haben, um etwas Gutes zu tun. Sie haben eine Vision im Kopf, was sie alles tun können, damit dieses Kind (oder oft auch „diese Kinder“) eine bessere Zukunft bekommt. Sie geben alles – und vergessen sich selbst dabei. Im Außen sorgen sie für Turnverein und Bastelstunden, Frischluft und Nachhilfe, selbstgebackene Kekse und Tierbegegnungen. Im Inneren verlangen sie von sich selbst nichts weniger als eine permanente Engelsgeduld, vorbildhafte Ausgeglichenheit, totale Verleugnung eigener Bedürfnisse und eine 24stündige Verfügbarkeit für das Kind. Mindestens. 

Wenn irgendetwas nicht klappt, die Kinder Probleme haben oder in der Pubertät vom Weg abkommen, suchen sie den Grund dafür…. bei sich selbst. Es tut mir im Herzen weh, wenn ich dann Fragen höre wie: „Hätte ich da nicht noch mehr machen können?“ oder „Ich hätte anders reagieren müssen“. 

Nein, es ist nicht eure „Schuld“. Ihr seid nicht verantwortlich dafür, was letztendlich aus den Kindern wird. Es gibt einen Grund, warum diese Kinder bei euch leben. Ihr könnt ihre erste Lebenszeit oder ihre familiären Umstände nicht ändern. Aber ihr habt durch eure Liebe und eure Zuwendung Leben verändert. Zum Guten hin. Deshalb seid stolz auf euch und quält euch nicht mit Fragen, die nicht zu beantworten sind. Auch wenn die Kinder sich von euch abwenden, es hat nichts mit euch zu tun. Es ist eine Reaktion auf das, was sie erlebt haben, als sie euch noch gar nicht kannten. All das Gute, was ihr ihnen gegeben habt, ist ein Samen, den ihr eingepflanzt habt. Was daraus wird, kann man manchmal erst viele Jahre später sehen. 

 

Gebt euch selbst die Wertschätzung, die ihr verdient. Dann werden es auch die anderen tun.

 

Damit ihr es nicht vergesst, erinnere ich euch gerne daran:

Ich erinnere dich daran (einfach draufklicken).

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