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Gefühle ausdrücken – ein Geschenk

Gabi Schmitt

Gestern wurde mir ganz warm ums Herz. Kind, 2 1/2 Jahre, schaut sich den Plüschzug an, den ich so toll finde. Wenn man auf den Schornstein drückt, ertönt ein Lied und der ganze Zug wackelt. Kind geht fast unmerklich mit dem Körper zurück und sagt zu mir: „Ich hab Angst!“

Was für ein Geschenk! Was für ein Mittel, alles, was da noch kommt, in die richtigen Bahnen zu lenken. Wäre ich nicht mit meiner ganzen Aufmerksamkeit bei dieser Szene gewesen, hätte ich gar nicht gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Da ICH den Zug so toll finde (Erinnerung an eine Oma), wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass ein anderer Mensch das anders sehen könnte. Vielleicht noch Desinteresse, auf gar keinen Fall aber Angst. Das ist die berühmte Feinfühligkeit, die eine Mama oder ein Papa haben sollten. Eine Mutter / Vater muss nicht perfekt sein, sondern „gut genug“. Feinfühligkeit gehört dazu. Und Achtsamkeit. Wie soll ich denn so eine kleine, vollkommen unauffällige Bewegung des Körpers nach hinten mitbekommen, wenn meine Aufmerksamkeit gerade am Fernseher hängt oder am Handy?

Durch das Spüren, dass irgendetwas nicht stimmt, konnte ich dem Kind die Gelegenheit geben, sich zu äußern. Wie wundervoll, dass es in diesem Alter schon äußern konnte, dass es Angst hat. Es konnte das Gefühl benennen – und damit konnte ich auch sofort reagieren. Wir hielten Abstand zu dem Zug. Ich konnte es in den Arm nehmen und schützen. Dadurch konnte das Kind wiederum Neugierde entwickeln und sich den Zug dann doch mal genauer anschauen. Mit den Händen berühren. Und dann doch mal auf den Auslöseknopf drücken.

Natürlich ist es nicht schlimm, wenn man solch eine Szene mal nicht mitbekommt. Das ist kein Drama. Aber wenn es IMMER so ist, dann läuft etwas in die falsche Richtung. Die guten Erfahrungen kann ein Kind dann auf andere Situationen übertragen. Die schlechten Erfahrungen leider auch.

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